Sind Sie ein Knödel?

Knödel

Runder Teig, Runde Sache?

Über Essen zu reden macht eigentlich immer Spaß. Also machen wir das doch heute mal. Oder geht es doch um etwas ganz Anderes? Um das herauszufinden, müssen Sie den Artikel schon zu Ende lesen.
Der klassische Knödel oder Kloß ist unfassbar vielseitig. Egal ob als Hauptspeise, Beilage, Nachtisch oder Suppeneinlage, die kleine Teigkugel sättigt und schmeckt. Die verschiedenen Varianten sind dabei derart zahlreich, dass für jeden Geschmack etwas dabei sein sollte. Spätestens bei den Unterarten dürfte jeder einen persönlichen Favoriten finden, der dem eigenen Geschmack zusagt.
Ein Klassiker sind natürlich Knödel aus Kartoffeln. Neben Thüringer Klößen, Schlesischen Klößen, Marillenknödeln, Mohnknödeln, böhmischen Knödeln und Zwetschkenknödeln gehören hier auch die kleinen Gnocchi zu den beliebtesten Knödelarten Deutschlands. Das ist nicht weiter verwunderlich, Kartoffeln sind in Deutschland ja allgemein sehr beliebt.
Aber auch Semmelknödel, Käseknödel oder Spinatknödel sind eine feine Sache. Besonders diese drei kombiniert man am besten mit einer Grundlage aus aufgeweichten Brötchen, da der Teig keinen allzu starken Eigengeschmack mitbringen sollte. Der würde die feinen Aromen der genannten Füllungen nur überdecken.
Selbstverständlich lässt sich auch Fleisch hervorragend als Grundlage für Knödel benutzen. Die Königsberger Klopse sind das wohl bekannteste Beispiel hierfür. Aber auch Leberknödel und Markklößchen sind eine feine Sache.
Als Beilage zu Knödeln ist Gulasch ein Klassiker. Auch Rotkohl passt zu manch einer Knödelsorte hervorragend. Die klassische Beilage in Form von Gemüse funktioniert natürlich ebenfalls prima! Wer seine Klöße zudem deftig genießen möchte, der garniert sie mit einer leckeren Pilzsoße. Liebhabern von Kartoffelgerichten empfehle ich persönlich ein Kartoffelgratin zur Lieblings-Knödelsorte. Aber Achtung! Das sättigt ziemlich gut!
Wer ein echter Knödel-Liebhaber ist, der muss sich natürlich seine Knödel selber machen. Fertigware schmeckt schließlich nur halb so gut. Passende Knödel Rezepte findet man zu Hauf im Internet, die Auswahl kann jedoch wirklich schwierig sein. Soll es nun das Kartoffelklöße Rezept vom User Pferdefutter oder doch eher das von BBQ-Queen werden? Letztere hatte doch so ein leckeres Rezept für Weiße Bohnensuppe, ob die auch was von Knödeln versteht? Alles keine leichten Fragen.
Ob der Knödel bei der Zubereitung gedämpft oder pochiert wird, das hängt vom verwendeten Teig ab. Wir wollen ja nicht, dass sich die guten Klöße auflösen. Ein Knödel ohne Knödelform ist schließlich kein Knödel. Und als typisch deutsches Gericht sollten die Teigkugeln auch mit deutscher Gründlichkeit zubereitet werden.

Des Knödels Kern

Wer sich jetzt fragt, was das ganze Geschwafel über Knödel denn eigentlich soll, der ist der Intention dieses Artikels schon auf die Schliche gekommen. Denn wer das hier liest, der hat sich vom Köder im ersten Absatz des Artikels bei der Stange halten lassen und entweder den kompletten Absatz über Knödel gelesen oder zumindest überflogen. Und das obwohl das Gerede keinerlei Neuigkeiten oder Unterhaltungswert bietet.
Effektiv findet sich im gesamten Absatz keine einzige handfeste Information. Mehr als inhaltsloses Geschwafel ist dort nicht zu finden.
Leider funktioniert unser „Journalismus“ heute vielerorts ähnlich. Man stellt einen Köder in den ersten Absatz oder die Überschrift, der Interessantes verspricht, nur um sich dann in Banalitäten oder bereits bekannten Sachverhalten zu verlieren. Was zählt ist schließlich nicht die tatsächliche Qualität des Artikels, sondern nur dass er geklickt wird. Dafür reicht eine griffige Überschrift oder ein gescheiter Teaser-Text. Der Text an sich wird dann irgendwie hingeknödelt, weil man halt so tun muss als hätte man ein Produkt. Ein Bezug zwischen Überschrift und Artikel ist in manchen Fällen gar kaum auszumachen. Auch das ist, die Ironie entgeht mir nicht, keine neue Erkenntnis.
Was ich aber sehr bedenklich finde: Immer mehr Leser verlangen gar nichts anderes mehr. Artikel, die auf ernste Probleme hinweisen und gut recherchiert sind, werden weniger geklickt als stumpfe Clickbait. Denn letztlich geht es vielen Lesern gar nicht wirklich darum, informiert zu werden oder sich ernsthaft mit einem Thema auseinanderzusetzen. Das ist schließlich mitunter eine schwere Sache, die nicht immer leicht zu verdauen ist. Sie wollen aber dennoch das Gefühl vermittelt bekommen, dass sie sich über das Weltgeschehen informieren und sich mit schwierigen Themen auseinandersetzen. Und letztlich ist das der Hauptgrund dafür, dass auch politische Nachrichten immer mehr in den Bereich des Boulevard abdriften. Als z.B. Snowden den NSA-Skandal auslöste, schaffte es ein Großteil der aufgedeckten Machenschaften gar nicht erst in die Massenmedien. Die waren viel zu sehr damit beschäftigt, über Snowden als Person zu berichten.
Viele Outlets haben es mittlerweile perfektioniert, trotz leichter Unterhaltungskost den Anschein des politischen Journalismus aufrecht zu erhalten. Und das ist eine höchst bedenkliche Entwicklung.
Auch das ist beileibe keine neue Erkenntnis und ich will der Klatschpresse nicht ihre Existenzberechtigung komplett absprechen. Aber es ist bei den Nachrichten wie mit den Knödeln: Es wird langweilig, wenn es nur noch eine Sorte gibt.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*